Aktualisiertes Videoarchiv der Reihe „Philosophie & Kunst“ in Magdeburg online

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Über die Unterseite „Philosophie & Kunst“/Archiv der Hompage des Instituts für Philosophie der Universität Magdeburg sind nun fast sämtliche bisherige Veranstaltungen der öffentlichen Veranstaltungsreihe „Philosophie & Kunst“ des Instituts für Philosophie in Kooperation mit dem Forum Gestaltung Magdeburg und Expedition Philosophie e.V. als Youtube-Video-Mitschnitte zugänglich – inklusive der beiden Veranstaltungen vom  Wintersemester 2013/14: Club der toten Philosophen: „Wozu Philosophie?“ vom 15.1.2014 und der Zweite Magdeburger Philosophie-Poetry-Slam vom 13.11.2013. Den Link zu den entsprechenden Seite finden Sie hier

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Videomitschnitte der Reihe „Philosophie & Kunst“ in Magdeburg

Die Videomitschnitte der Reihe  „Philosophie & Kunst“ in Magdeburg vom Sommersemester 2012 (Philosophie & Film, Philosophie-Poetry-Slam, Club der toten Philosophen) sind jetzt online.

http://www.iphi.ovgu.de/Das+Institut+/Kulturphilosophie/Philosophie+_+Kunst-p-608.html

Die Veranstaltungsreihe wird organisiert von: Institut für Philosophie, OvGU, Forum Gestaltung Magdeburg und Expedition Philosophie e.V.

„Mensch ohne Großhirn“ – Versuche

Mensch ohne GrH

Live Performance von Aurelia Baumgartner zum Frühjahrsauftakt [ soundcheck philosophie ] #3 – „Befremdung als Methode“, eine Tagung im Nietzsche Dokumentationszentrum Naumburg am 24.05.2013

Unter Einbeziehung des gleichnamigen Gedichts von Durs Grünbein entsteht ein Dialog von Fraktalen aus Bewegung  und aus Sprache, mit einem Video und einer Posaune. Es geht um Befremdung als Methode, als Frage, als Selbstverständnis. 3 Arkana, 3 Versuche, Atmosphären und Theorie, Einbildungskraft und Verstand in freiem Spiel. Ist das Kunst oder Philosophie? Oder ist es gerade die Befremdung des Denkens, des Selbstverständnisses des Menschen, welche Kreativität freisetzt und so die Möglichkeit von Philosophie als Kunst eröffnet? Befremdung somit als Methode?

Aurelia Baumgartner über ihre Performance

„Experimente des Leibes“

Der Film entstand im Rahmen des langjährigen, transdisziplinären Seminars „Experimente des Leibes“, welches an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig von Dr. Konstanze Schwarzwald und Hagen Wiel veranstaltet wurde. Hier wurde sich der Begrifflichkeit des Empraktischen sowohl argumentativ als auch experimentell ästhetisch genährt.

„Der Entwurf ist die existenziale Seinsverfassung des Spielraumes des faktischen Seinkönnens. Und als geworfenes ist das Dasein in diese Seinsart des Entwerfens geworfen. Das Entwerfen hat nichts zu tun mit dem Sichverhalten zu einem ausgedachten Plan, gemäß dem das Dasein sein Sein einrichtet, sondern als Dasein hat es sich je schon entworfen und ist, so lange es ist, entwerfend.“                    Martin Heidegger, Sein und Zeit

Thematisiert wird in diesem Film das Verhältnis von der Geworfenheit des Einzelnen und dem Versuch, sich existenziell selbst zu gestalten.
Rauschende Bilder lassen es dem Betrachter offen, sich mit ihnen zu identifizieren und damit mit der Hauptfigur des Filmes, oder der stille Beobachter zu bleiben. Gezeigt wird ein Individuum, das sich mit seiner Existenz leibhaftig auseinandersetzt. Es kämpft, spielt, entdeckt, scheitert an sich, um sich im Gegenzug wieder neu zu formieren. Diese experimentelle Haltung selbst soll als kritische Haltung verstanden werden, in der das Individuum mit sich selbst ins Gericht geht und zugleich mit seiner Um- bzw. Mitwelt. Kann es ausschließlich SELBST sein, alles andere um sich vergessend? Oder wird es immer schon von der Außenwelt determiniert?

„Experimente des Leibes“ stellt die empraktische Präsenz des Körpers eines Individuums inmitten einer scheinbar menschenleeren, selbstzentrierten Welt dar.
Im vollzughaften Erfahren der die Figur umgebenden Welt, der Natur, die als Teil ihrer eigenen Leibhaftigkeit präsentiert wird, lernt sie sich selbst mehr und mehr kennen.
Exemplarisch wird der Leib des Individuums, sowohl als Natur, die wir je schon selbst sind in unserer affektiven Geworfenheit und als Leib, der sich körpertechnikvermittelt selbst entwirft, in eine sowohl künstlerische als auch philosophische Debatte eingeführt, die die Probleme von Kunst und Philosophie als gemeinsame thematisiert. In welchem Verhältnis steht das Selbst zum Ich? Was heißt Empraxis im Gegensatz zur Praxis? Was heißt Vernunft im Gegensatz zum Verstand und was heißt Skeptizismus im Gegensatz zu existenzieller Kritik? Leibhaftiges Selbstdenken?
Die Figur unternimmt den bedingungslosen Versuch „sich selbst“ zu spüren, aufgrund der eigenen Körpererfahrung, aufgrund des eigenen Beziehungsnetzes, aufgrund der eigenen Geschichte und aufgrund des eigenen Werkes, das experimentell kritisch hinterfragt im leiblichen Erleben der Welt wird.
Das Erkennen seiner Selbst lebt für sie vom emphatischen Augenblick des unmittelbaren Erlebens. Im Akt des Agierens erfährt sie sich als Intensität. Ohne dieses begreifende Handeln oder handelnde Begreifen bliebe das Leben für sie etwas Amorphes, Ungestaltetes, Bedrohliches. Der Begriff des Selbst bleibt also keine Floskel, sondern bewegt sich auf die Welt zu, indem es versucht, seine eigene Welt leibvermittelt zu „definieren“.
Offen bleibt letztlich ganz bewusst die Frage, ob dieses (Lebens-)Experiment des Leibes glückt oder scheitert. Oder ob gerade in den Nuancen des Scheiterns ein „Glücken“ steckt, das die Figur auf ihrem Weg vorantreibt und streckenweise vielleicht sogar über sich hinauswachsen lässt.

Aus einer Vielzahl von Performances, welche mit der Künstlerin Katja Uhlig realisiert wurden, entstand der Film. Informationen dazu finden Sie hier: http://www.hgb-leipzig.de/leib/. Die Webseite zum Film: http://experimente.empraxis.net

EXPERIMENT DES LEIBES / Bodily Experiments

a film by Hagen Wiel

Performance: Katja Uhlig
Concept: Konstanze Schwarzwald / Hagen Wiel
Sound: Stanislav Mankovich

„Es gibt das erste nur, wenn es das zweite gibt…“ – Videolink

Experimentelle Symbolverarbeitung nach Wittgenstein

Das Video ist eine Zeitrafferversion der Performance „Es gibt das erste nur, wenn es das zweite gibt…“ – Experimentelle Symbolverarbeitung nach Wittgenstein. Diese wurde am 9. Juni 2012 im Rahmen des Festivals [ soundcheck philosophie ] #2 im Theater Halle (Spielstätte: Schaufenster) (ur)aufgeführt.

An der Performance beteiligte Philosophen und Künstler: Karl-Heinz Heydecke (Musik/Lautpoesie), Britta Schulze (Live-Malerei), Kurt Mondaugen/Rainer Totzke (Konkrete Philosophie). Die Zeitrafferversion erstellte Robert Schäwe.

Was lässt sich sagen und was lässt sich (nur) zeigen? – Der Philosoph Ludwig Wittgenstein hat sich immer wieder mit den Darstellungsmöglichkeiten und der gegenseitigen Beziehung von gestischem, musikalischem, bildlichem und sprachlichem Ausdruck, sowie von Kunst und Philosophie beschäftigt. Die improvisative Performance nimmt diese Thematiken Wittgensteins in praktischer Weise auf und erprobt, was geschieht, wenn philosophische Reflexionen – Zitate Wittgensteins und philosophisch-literarische Adaptionen dieser Zitate – selber in ein transformierendes Wechselspiel zwischen den künstlerischen Medien Bild, Sprache, Stimme, Musik, Schrift geraten, wenn „Sagen“ und „Zeigen“ sich ineinander kreuzen.

Die Performance ist insofern „performativ“, als sie philosophische Sätze/Texte in einer Bühnensituation  zur Aufführung bringt, dabei die performative Dimension dieser Sätze/Texte ausstellt, also ihr „Unsagbares“ zeigt, und zugleich zeigt, welche jeweils situativen „Effekte“ diese Sätze/Texte  in anderen Medien haben – und genau darüber wieder im selben Moment zu sprechen versucht. Philosophie im/als Vollzug.

(Rainer Totzke)