Programm online: Symposium „Spuren No.2 – Körper-Medien-sinnlichkeit“ 12.-14.7.2013

Plakatfinal

Anbei finden Sie hier hinterlegt Pressemitteilung, Programmheft und Plakat des Symposiums von mbody e.V. in Freiburg:

Pressemitteliung SPUREN 2

Programmheft-fertig

künstlerische forschung in medien, somatik, tanz und philosophie e.V.

Symposium im E-WERK vom 12.-14. Juli 2013

Vom 12.-14. Juli veranstaltet die künstlerische Forschungsgruppe mbody – ein Interdisziplinärer Zusammenschluss von Künstlern, Natur- und Geisteswissen- schaftlern, Medizinern und Medienwissenschaftlern – in Zusammenarbeit mit dem E-WERK Freiburg ein Symposium zum Thema »Körper – Medien – Sinnlich- keit«. Die Tagung findet im E-WERK Freiburg in Zusammenarbeit u. a. mit dem Theater Freiburg, der Universität Freiburg, der Hochschule Furtwangen, dem Universitätsklinikum Abteilung Psychosomatik und dem Kommunalen Kino statt.

Natur, Kultur und Technik durchmischen sich zunehmend in unseren Landschaften und Körpern. Der Mensch gibt seine Handlungsmacht immer mehr an mediale Aktanten ab, was nicht nur ethisch, psychologisch und erziehungsbezogen, sondern auch leibkörperlich, psychosomatisch und politisch problematisierbar ist.

Wie verändern digitale Medien unser Bewusstsein, unser Zeitempfinden und unsere Sinnesbezüge? Und wie ist Leiblichkeit gerade heute neu zu denken und positiv zu gestalten? Wissenschaftlerinnen, Praktizierende und Künstlerinnen wollen diese Fragen an den drei Tagen mit einer interessierten Öffentlichkeit diskutieren.

Das Symposium soll interessengeleitet und partizipativ verschiedene Formate kombinieren, die die interne Diskussion unter Forschern, Künstlern, Praktizie- renden einerseits befruchten sollen und zugleich in den Raum einer interessierten Öffentlichkeit hinauswirken.

Die Teilnahme an dem Symposium ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, bei manchen Veranstaltungen ist die Platzzahl allerdings begrenzt.

Weitere Informationen unter http://mbodyresearch.de

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KÖRPER – MEDIEN – SINNLICHKEIT. Symposium 12. – 14. Juli 2013 in Freiburg

KÖRPER – MEDIEN – SINNLICHKEIT

VERKÖRPERUNGEN IN DIGITALEN UND LEIBLICHEN WELTGEFLECHTEN

Natur, Kultur und Technik durchmischen sich zunehmend in unseren Landschaften und Körpern. Der Mensch wird zum postmedialen »Dividuum«, das seine Handlungsmacht immer mehr an mediale Aktanten abgibt, was nicht nur ethisch, psychologisch und erziehungstechnisch, sondern auch leibkörperlich, psychosomatisch und politisch problematisierbar ist. In der zeitgenössischen Sozialisation geschieht dies durch die Fetischisierung von Technologien wie Smartphones und sozialen Netzwerken, so dass Umweltbeziehungen vermehrt wie Dingbeziehungen einer neuen Art erlebt und gehandelt werden.

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe mbody – künstlerische Forschung in Medien, Somatik,Tanz und Philosophie treibt ihre Auseinandersetzung um die Begriffe Körper, Medien und Sinnlichkeit weiter voran. Wie bereits bei ihrem ersten Symposium »Spuren« zum Thema Körpergedächtnisse an der Universität Freiburg, an dem im Dezember 2008 insgesamt über 500 Interessierte teilnahmen*, versammelt die Gruppe wieder verschiedenste Wissenskulturen.

Thematisch fokussiert das Symposium in diesem Jahr auf digitale und leibliche Weltgeflechte. Dabei sollen die aktuellen Verkörperungen des Selbst in der Welt durch die Entstehung von neuen Umweltbezügen und medialen Verbundenheiten untersucht werden.

Im Wechsel der Formate zwischen Vorträgen, Lecture Performances, Workshops, Film-, Tanz- und Musikaufführungen soll eine künstlerisch-forscherische Atmosphäre in drei Themenfeldern zum Mitdenken, -erleben und -diskutieren anregen:

»MUSTER/RITUALE«
Welche Musterbildungen gibt es im Feld: Körper-Medien-Sinnlichkeit? Auf welche Arten und Weisen bedient sich der Mensch heute medialer Techniken und wie formen diese seine Wahrnehmungs- und Bewegungsformen?

»KÖRPERGEDÄCHTNIS«
Wie beeinflussen sich Körpererleben/Körpergedächtnis und Medien/Sinnlichkeit gegenseitig? Wie kann dies
begrifflich, künstlerisch-forscherisch, wissenschaftlich gefasst werden?

»ZWISCHEN«
Welche Erfahrungen des »Zwischen« (Mitte, Zwischen-Raum, Medialität) vermittelt der Körper? Ist das Zwischen unsichtbar, drittkörperlich, dinglich, ausgedehnt? Welche Erfahrungen von (Eigen-)Zeit, Raum, Rhythmus und Bewegung werden genutzt bzw. können sichtbar gemacht werden?

www.mbodyresearch.de

„Visuelle Philosophie“: Tagung in Rostock am 18./19. April 2013

Die Tagung widmet sich Visualisierungskonzepten der Philosophie im Gefolge des „iconic turn“. Sie versteht sich als Forum, das Akteure der künstlerischen und pädagogischen Praxis sowie der Bildtheorie zusammenbringt. Ihr Programm reagiert auf jüngste gestalterische Entwicklungen und auf das gestiegene Bewusstsein für die epistemische Valenz von Visuellem. Der Fokus ermuntert zum direkten Vergleich zwischen traditionellen Wissensformen – oft als rational oder diskursiv bezeichnet und überwiegend in der Schrift beheimatet – und „anderen“, visuellen, ästhetischen, nicht-begrifflichen Weisen des Denkens. Visuelle Philosophie erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit, doch bislang lässt sich kaum erahnen, welchen Horizonten es entgegengeht.

 

Programm, Ort und Ansprechpartnerhttp://www.inf.uni-rostock.de/wkt/tagung-visuelle-philosophie/

 

Um Anmeldung vor Besuch der Tagung wird gebeten

Call for Papers – Tagung „Visuelle Philosophie“ in Rostock – Deadline 20.1.2013

Tagung des Forschungsclusters „Medienwandel in den Wissenschaften“
(Department „Wissen – Kultur – Transformation“ der Universität Rostock).

Ansprechpartner: Hanno Depner
18./19. April 2013, Internationales Begegnungszentrum (IBZ), Bergstraße 7a, 18057 Rostock

CALL FOR PAPERS (PDF)
Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Visualisierungskonzepte und/oder Überlegungen zum Thema in einem 20-minütigen Vortrag vorzustellen und zu diskutieren. Bitte bewerben Sie sich mit einem Abstract (ca. eine Seite) bis zum 20.01.2013 per E-Mail an hanno.depner(at)uni-rostock.de.

Das Symposium widmet sich einem besonderen Aspekt der Wissensvermittlung im Gefolge des „iconic turn“: den Visualisierungskonzepten der Philosophie im Spannungsfeld von Popularisierung, Fachdidaktik und performativem Philosophieren.
Das Symposium reagiert weniger auf die gegenwärtige Bilderflut, die auch vor der Philosophie nicht Halt macht, als vielmehr auf das gestiegene Bewusstsein für die epistemische Valenz von Visuellem und jüngste gestalterische Entwicklungen. Sein besonderer Fokus ermuntert zum direkten Vergleich zwischen traditionellen Wissensformen – oft als rational oder diskursiv bezeichnet und überwiegend in der Schrift beheimatet – und „anderen“, visuellen, ästhetischen, nicht-begrifflichen Weisen des Denkens.
Zur Diskussion stehen damit nicht nur gegenwärtige Formen bildlichen Philosophierens sondern auch die institutionalisierte, akademische Philosophie – sowie die gemeinsame Schnittmenge.
Das Symposium versteht sich als Forum, das Akteure der künstlerischen und pädagogischen Praxis sowie der Bildtheorie zusammenbringt. Im Gespräch zwischen Gestaltern, Theoretikern und Didaktikern sollen Forschungsansätze und -interessen, ästhetische und künstlerische Kriterien, Erfahrungen und Hoffnungen der Philosophie-Vermittlung ausgetauscht werden: ein Kompetenzen-Mix, der innovative Antworten verspricht.
Wenn junge, anwendungsbezogene Disziplinen wie die Infografik auf die noch jüngere, eher akademische Diagrammatik trifft und ihnen innovatives Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt wird, sind zudem neue Horizonte zu erwarten – ebenso wie Aufschlüsse über aktuelle Phänomene wie das erste Philosophiemuseum („DenkWelten“) oder die Verwendung von PowerPoint in Science Slams.

Visuelle Philosophie – ob neue Route oder alter Weg der Philosophie – erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit, doch es scheint, als ließe sich bislang kaum erahnen, welche Potentiale noch zu entdecken sind und welchen Horizonten es entgegengeht.

FWF-Forschungsprojekt „Generating Bodies“ / Österreich

*Philosophy on Stage#3 wird im Rahmen des FWF-Forschungsprojekts „Generating Bodies“ durchgeführt. Forschungssitz: Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft, Universität Wien (ARNO BÖHLER). Kooperationspartner: Tanzquartier Wien (KRASSIMIRA KRUSCHKOVA), Max Reinhardt Seminar Wien (SUSANNE VALERIE GRANZER), Universität Klagenfurt (ALICE PECHRIGGL). Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen: Mag. Christian Herzog, Dr. Markus Mittmansgruber, Mag.a Elisabeth Schäfer. Projekt-Website: http://homepage.univie.ac.at/arno.boehler/

Gefördert durch die österreichischen Fonds für wissenschaftliche Forschung (FWF): TRP 12-G21

„Experimente des Leibes“

Der Film entstand im Rahmen des langjährigen, transdisziplinären Seminars „Experimente des Leibes“, welches an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig von Dr. Konstanze Schwarzwald und Hagen Wiel veranstaltet wurde. Hier wurde sich der Begrifflichkeit des Empraktischen sowohl argumentativ als auch experimentell ästhetisch genährt.

„Der Entwurf ist die existenziale Seinsverfassung des Spielraumes des faktischen Seinkönnens. Und als geworfenes ist das Dasein in diese Seinsart des Entwerfens geworfen. Das Entwerfen hat nichts zu tun mit dem Sichverhalten zu einem ausgedachten Plan, gemäß dem das Dasein sein Sein einrichtet, sondern als Dasein hat es sich je schon entworfen und ist, so lange es ist, entwerfend.“                    Martin Heidegger, Sein und Zeit

Thematisiert wird in diesem Film das Verhältnis von der Geworfenheit des Einzelnen und dem Versuch, sich existenziell selbst zu gestalten.
Rauschende Bilder lassen es dem Betrachter offen, sich mit ihnen zu identifizieren und damit mit der Hauptfigur des Filmes, oder der stille Beobachter zu bleiben. Gezeigt wird ein Individuum, das sich mit seiner Existenz leibhaftig auseinandersetzt. Es kämpft, spielt, entdeckt, scheitert an sich, um sich im Gegenzug wieder neu zu formieren. Diese experimentelle Haltung selbst soll als kritische Haltung verstanden werden, in der das Individuum mit sich selbst ins Gericht geht und zugleich mit seiner Um- bzw. Mitwelt. Kann es ausschließlich SELBST sein, alles andere um sich vergessend? Oder wird es immer schon von der Außenwelt determiniert?

„Experimente des Leibes“ stellt die empraktische Präsenz des Körpers eines Individuums inmitten einer scheinbar menschenleeren, selbstzentrierten Welt dar.
Im vollzughaften Erfahren der die Figur umgebenden Welt, der Natur, die als Teil ihrer eigenen Leibhaftigkeit präsentiert wird, lernt sie sich selbst mehr und mehr kennen.
Exemplarisch wird der Leib des Individuums, sowohl als Natur, die wir je schon selbst sind in unserer affektiven Geworfenheit und als Leib, der sich körpertechnikvermittelt selbst entwirft, in eine sowohl künstlerische als auch philosophische Debatte eingeführt, die die Probleme von Kunst und Philosophie als gemeinsame thematisiert. In welchem Verhältnis steht das Selbst zum Ich? Was heißt Empraxis im Gegensatz zur Praxis? Was heißt Vernunft im Gegensatz zum Verstand und was heißt Skeptizismus im Gegensatz zu existenzieller Kritik? Leibhaftiges Selbstdenken?
Die Figur unternimmt den bedingungslosen Versuch „sich selbst“ zu spüren, aufgrund der eigenen Körpererfahrung, aufgrund des eigenen Beziehungsnetzes, aufgrund der eigenen Geschichte und aufgrund des eigenen Werkes, das experimentell kritisch hinterfragt im leiblichen Erleben der Welt wird.
Das Erkennen seiner Selbst lebt für sie vom emphatischen Augenblick des unmittelbaren Erlebens. Im Akt des Agierens erfährt sie sich als Intensität. Ohne dieses begreifende Handeln oder handelnde Begreifen bliebe das Leben für sie etwas Amorphes, Ungestaltetes, Bedrohliches. Der Begriff des Selbst bleibt also keine Floskel, sondern bewegt sich auf die Welt zu, indem es versucht, seine eigene Welt leibvermittelt zu „definieren“.
Offen bleibt letztlich ganz bewusst die Frage, ob dieses (Lebens-)Experiment des Leibes glückt oder scheitert. Oder ob gerade in den Nuancen des Scheiterns ein „Glücken“ steckt, das die Figur auf ihrem Weg vorantreibt und streckenweise vielleicht sogar über sich hinauswachsen lässt.

Aus einer Vielzahl von Performances, welche mit der Künstlerin Katja Uhlig realisiert wurden, entstand der Film. Informationen dazu finden Sie hier: http://www.hgb-leipzig.de/leib/. Die Webseite zum Film: http://experimente.empraxis.net

EXPERIMENT DES LEIBES / Bodily Experiments

a film by Hagen Wiel

Performance: Katja Uhlig
Concept: Konstanze Schwarzwald / Hagen Wiel
Sound: Stanislav Mankovich